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Was ist neu?
Fußnote im Abschnitt 2.3 (6.3.2018)
Abschnitt 2.6 (23.2.2018)
Abschnitt 2.5 (11.2.2018)

 

Das Leib-Seele-Problem

Auf dieser Webseite geht es um Philosophie, genauer gesagt um die ,Philosophie des Geistes‘, und speziell um das sogenannte Leib-Seele-Problem, das etwas moderner auch als Materie-Geist-Problem, Körper-Geist-Problem oder Gehirn-Bewusstsein-Problem oder ähnlich bezeichnet werden kann.

Es geht dabei um die Frage, wie das, was wir den menschlichen Geist nennen – also die Fähigkeit, zu denken, zu fühlen, die Umgebung wahrzunehmen, sich zu erinnern und sich Dinge vorzustellen, die Fähigkeit, selbständig Entscheidungen zu treffen und die grundlegende Tatsache des Bewusstseins – wie also dieser sogenannte Geist mit der physischen Welt zusammenhängt. Was ist das Grundlegende, Ursprüngliche – der Geist oder die physische Welt? Und wenn die physische Welt das Ursprüngliche ist, wie ist dann das Geistige aus (vermutlich) ungeistiger Materie hervorgegangen?

Bei dem Versuch, diese Fragen zu beantworten, werde ich von materialistischen (physikalistischen) Grundannahmen ausgehen. Ich nehme an, dass die Gesetze der Physik uneingeschränkt gelten, und dass Lebewesen materielle Strukturen sind, in denen die physikalischen Kräfte tendenziell in eine Richtung wirken – nämlich dahin, die Struktur zu erhalten, zu vergrößern und zu vervielfältigen.

Meine Hauptannahme über das Geistige ist, dass es sich dabei nicht um ein einziges Phänomen mit nur einem Ursprung handelt. Es handelt sich vielmehr um zwei Phänomene mit zwei ganz verschiedenen Ursprüngen, und zwar (1) um Informationsverarbeitung, einer allgemeinen Eigenschaft der Materie, zumindest dann, wenn die Materie ein Mindestmaß an Struktur aufweist, und (2) um das Leben, speziell um einige Merkmale lebender Systeme, nämlich (a) aktive Beweglichkeit, (b) Subjektivität, womit hier die allgemeine Eigenschaft von Lebewesen gemeint ist, sich durch eine durchlässige Hülle von der Außenwelt abzugrenzen und ein Inneres zu bilden, das mit dem Außen in Wechselwirkung tritt, und (c) das Risiko zu sterben.

Ich werde nicht über Quanteninformation spekulieren und nicht versuchen, den menschlichen Geist daraus zu erklären, Ich schlage auch keine panpsychistische Lösung vor – ich glaube nicht, dass Atome, Moleküle, Steine oder Wolken mentale Zustände haben. Das Geistige hat seine Grundlage in biologischen Vorgängen, wenn auch meines Erachtens nicht allein in Gehirnvorgängen.

Ich werde behaupten, dass auch sehr einfache Lebewesen ohne Gehirn und Nervensystem einige jener Fähigkeiten haben, die wir beim Menschen „geistig“ nennen. Der Grundfehler in der Debatte über das Leib-Seele-Problem in den letzten Jahrzehnten war, dass man es als Gehirn-Geist-Problem aufgefasst hat. Man kann das Geistige nicht allein aus der „Physik des Gehirns“ erklären. Doch wenn wir die Rolle der Informationsprozesse in der Natur verstehen und uns klar machen, was das Leben physikalisch gesehen ist, dann sollte uns dies beides zusammen helfen, zu verstehen, wie das Geistige in die Welt gekommen ist.

 

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zur Einführung

 
 

Torsten Hesse Über mich: Geboren 1956 in Magdeburg. Nach dem Abitur Studium an Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg im Erzgebirge. Ich wollte damals Holzbildhauer oder so etwas ähnliches werden – so ganz genau wusste ich das nicht. Nach dem Abschluss des Studiums bin ich in ein abgelegenes kleines Dorf in der Börde (zwischen Magdeburg und dem Harz gelegen) gezogen, wo ich 17 Jahre lang versucht habe, meinen Weg als Künstler zu finden, was mir aber nie so recht gelungen ist. Einige meiner Arbeiten von damals sind in der Galerie zu sehen, sie haben aber mit dem eigentlichen Inhalt dieser Webseite nichts zu tun.

Um Geld zu verdienen, habe ich auch in der Industrie, in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in der DDR) und als Totengräber gearbeitet. Später dann bin ich in die Altmark (im Norden von Sachsen-Anhalt) gezogen – eigentlich, um mich an einem ökologischen Projekt zu beteiligen. Mein Engagement dort war jedoch von kurzer Dauer, und ich habe danach in einem Freilichtmuseum mitgearbeitet, wo ich meine handwerklichen musikalischen Fähigkeiten nutzbringend anwenden konnte. Daneben war immer auch Zeit für andere Dinge. Philosophie und Naturwissenschaften haben mich zeitlebens interessiert. Ein Ergebnis dieses Interesses ist die Theorie, die ich hier vorstellen will.

 

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